TORBEN AFFELSKI
Sachverständigenkanzlei


Zulassung

Torben Affelski Zertifikat SVG Office DIN EN ISO/IEC 17024


Personenzertifizierung oder öffentliche Bestellung

Vergleich zwischen öffentlicher Bestellung und Zertifizierung DIN EN ISO/IEC 17024:2012

Als international anerkanntes Qua­li­täts­siche­rungs­sys­tem setzt sich der Zertifizierungsprozess unter Berücksichtung der DIN EN ISO/IEC 17024:2012 gegenüber den rein nationalen Qualifizierungen 

immmer mehr durch. Vergleichbar ist das mit der Entwicklung vom deutschen Diplomingenieur zum internationalen Bachelor und Master. Gemeinsamkeiten zwischen der öffentlichen 

Bestellung und der Zertifizierung:  Beide Systeme sind darauf ausgerichtet, der Öffentlichkeit fachlich und persönlich qualifizierte Sachverständige zur Verfügung zu stellen.


Die Unterschiede zwischen öffentlicher Bestellung und Zertifizierung bestehen in folgenden Punkten:

  • Die öffentliche Bestellung beruht auf gesetzlicher Grundlage; stellt jedoch keine Berufszulassung mehr dar und ist keine Qualitäts- oder Qualifikationsgarantie.
  • Die Zertifizierung erfolgt auf Grund des Vertragsrechts zwischen der Zertifizierungsstelle und dem Sachverständigen. Sie beruft sich dabei auf die Einhaltung der Europäischen Norm DIN EN ISO/IEC 17024:2012 die zum Teil weitreichender und kontrollintensiver als die öffentliche Bestellung und Vereidigung ist (siehe Normative Dokumente).
  •   Der öffentlich bestellte Sachverständige muss vom Gesetzgeber vorgegebene Qualitätsstandards (besondere Sachkunde und Eignung) einhalten. Diese Standards sind durch die DIN EN ISO/IEC 17024:2012 ebenso vorgegeben und verbindlich einzuhalten. Im Gegensatz zur öffentlichen Bestellung wird die Einhaltung dieser Vorgaben laufend durch die Zertifizierungsstelle geprüft und überwacht.
  • Die Bezeichnung „öffentlich bestellter Sachverständiger“ ist geschützt (§132a StGB), die Bezeichnung „Personenzertifizierter Sachverständiger“ gemäß DIN EN ISO/IEC 17024:2012 ebenfalls. Der Schutz der Bezeichnung „öffentlich bestellter Sachverständiger“ stellt jedoch kein Qualifikationsmerkmal für den Sachverständigen dar.
  • Der öffentlich bestellte Sachverständige unterliegt öffentlich-rechtlicher Kontrolle, der privat zertifizierte Sachverständige unterwirft sich auf Grund privatrechtlicher Verträge der Überwachung durch eine Zertifizierungsstelle. Da die Europäische Regelung den Einfluss der öffentlich-rechtlichen Stellen ausschließen will (aus guten Gründen), darf auch hier der Überwachung durch Zertifizierungsstellen mehr Bedeutung beigemessen werden.
  • Die öffentlich bestellten Sachverständigen müssen einen Eid zur Bekräftigung ihrer Pflicht zur Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Weisungsfreiheit, Gewissenhaftigkeit und persönlichen Leistungserbringung leisten.
  • Die zertifizierten Sachverständigen haben keine Möglichkeit zur Eidesleistung, sie unterliegen jedoch sehr strengen vertraglichen Pflichten. - Allerdings ist festzustellen, dass es sich bei den Anforderungen der Vereidigung um absolute Selbstverständlichkeiten handelt, denen jeder Sachverständige unterliegt. Während der einmal abgelegte Eid jede Überwachung auf Einhaltung ersetzt, werden zertifizierte Sachverständige laufend auf die Einhaltung dieser Kriterien hin kontrolliert und jährlich überwacht.


Im Gegensatz zur öffentlichen Bestellung gibt es für die Teilnahme an einem Zertifizierungsprozess unter Berücksichtung der DIN EN ISO/IEC 17024:2012 keine Altersbegrenzung.

Die öffentlich bestellten Sachverständigen wurden früher auf Grund ge­setz­lich­er Anordnung im Ge­richts­ver­fah­ren bevorzugt herangezogen, die zer­ti­fi­zier­ten Sachverständigen genossen diese Be­vor­zu­gung nicht. Diese Bevorzugung hat sich zwischen­zeitlich über­holt. Die Gerichte greifen aus­schließ­lich auf Sach­ver­stän­di­ge zurück, von deren Fach­kom­pe­tenz sie sich durch erstellte Gutachten über­zeugt haben. Besonders in den alten Bun­des­län­dern gibt es bei Gericht (hauptsächlich Zwangs­ver­stei­ge­rungs­ver­fahr­en) weit mehr Gutachten durch 

zertifizierte und freie Sach­ver­stän­di­ge als durch öffentlich bestellte Sach­ver­stän­di­ge. 

Von Anfang an gab es Be­stre­bung­en, die Zer­ti­fi­zie­rung von Sachverständigen auf dem Niveau der öffent­lichen Bestellung zu halten (tatsächlich wur­de jedoch der Standard der öf­fent­lich­en Be­stel­lung an den Standard der Zertifizierung angepasst), um so denQualitätsstand der öffentlich bestellten Sach­­ver­­stän­­di­­gen nach Europa hineinzutragen und auch, um beide Systeme, soweit es geht, kom­pa­ti­bel zu machen.


In der Praxis war aber immer wieder festzustellen, dass Europa an der öf­fent­lich­en  Bestellung keiner­lei Interesse hatte und die Qualität des öffentlich be­stell­ten Sachverständigen zwar in den Richt­li­nien nachzulesen war, die Praxis in der Regel je­doch eine andere Sprache sprach. In der Zwisch­en­zeit hat der Markt seine Entscheidung zu einem großen Teil getroffen und den gemäß DIN EN ISO/IEC 17024:2012 Personenzertifizierten Sach­­ver­­stän­­di­­gen eine hohe Anerkennung und Fach­kom­pe­tenz zugesprochen.

Quelle: SVG OFFICE GmbH Zertifizierungsstelle